Reaktion auf Trockenstress

Ertrag und Qualität von Zuckerrüben können zwischen Jahren und Standorten stark variieren. Dies ist zu einem großen Teil auf den Einfluss der Witterung zurückzuführen. So stellen die Niederschlagsmenge bzw. -verteilung auf vielen Standorten einen wachstumsbegrenzenden Faktor dar.
Trockenstress entsteht, wenn der Bodenwassergehalt im Wurzelraum längerfristig so weit absinkt, dass der Evaporationsanspruch der Atmosphäre durch die Wasseraufnahme der Pflanzen nicht mehr gedeckt werden kann.
Trockenstress bewirkt in der Pflanze verschiedene physiologische Anpassungsprozesse:
- sinkenden Zellturgor, dadurch Welke
- Änderung im Phytohormonhaushalt
- Beeinträchtigung von Stoffwechselprozessen
Zudem gibt es weitere Anpassungsreaktionen, die es der Pflanze ermöglichen, Trockenstress besser zu überstehen, so z.B. ein ausgedehntes und tiefwachsendes Wurzelsystem, eine verbesserte Wassernutzungseffizienz oder die osmotische Anpassung. Auf solchen Adaptionsreaktionen können Unterschiede in der Toleranz von Genotypen begründet sein.
In unseren Untersuchungen konnten keine physiologischen Unterschiede (Photosyntheserate, Transpirationsrate, Wassernutzungseffizienz, Anreicherung osmotisch aktiver Substanzen) zwischen Zuckerrübengenotypen in der Reaktion auf Trockenstress gefunden werden, obwohl diese Genotypen extra im Hinblick auf mögliche Unterschiede ausgewählt waren (Wurzelsystem, Blattbildung, Z-Sorten, NE-Sorten). Die relative Verringerung von Ertrag und Qualität durch Trockenstress war bei allen geprüften Genotypen ähnlich.

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