Physiologische Ursachen der Änderung des Markgehalts

Innere Struktur der Zuckerrübe

Innere Struktur der Zuckerrübe
Speicherparenchymzellen einer Zuckerrübe, angefärbt mit Coomassie-Brillant-Blau

Speicherparenchymzellen einer Zuckerrübe, angefärbt mit Coomassie-Brillant-Blau

Da das Rübenmark aus Zellwandbestandteilen besteht, könnte eine Verringerung des Markgehaltes auf einer Änderung der Zellstrukturen in der Rübe beruhen. Kleinere Zellen enthalten im Verhältnis zu ihrem Volumen mehr Zellwandbestandteile als große. Es ist zudem bekannt, dass der Zuckergehalt in den Zellen sinkt, wenn ein bestimmtes Volumen überschritten wird. Daher besteht eine positive Korrelation zwischen dem Zucker- und Markgehalt von Zuckerrüben.

Im Widerspruch dazu steht, dass der Zuckerertrag (Rübenertrag x Zuckergehalt) durch den züchterischen Fortschritt im Laufe der letzten Jahre kontinuierlich gestiegen ist, während der Markgehalt offenbar zurückgegangen ist. Das deutet darauf hin, dass sich die Beziehung zwischen Zuckergehalt und Zellstrukturen verändert hat.

Charakteristisch für die innere Struktur der Rübe sind die Kambiumringe, die zum Großteil aus Zellwandmaterial bestehen. Ein verringerter Markgehalt könnte daher aus einer geringeren Anzahl der Kambiumringe, einem erhöhten optimalen Zellvolumen für die Zuckerspeicherung oder dünneren Zellwänden resultieren.

Derzeit wird in Gefäß- und Feldversuchen mit älteren und aktuell auf dem Markt befindlichen Genotypen untersucht, ob Unterschiede in der Anzahl und dem Abstand der Kambiumringe sowie der Zellgröße in den verschiedenen Ringen auftreten. Der Abstand zwischen den Kambiumringen wird von innen nach außen geringer. In Ring 1 nahe des Zentralzylinders sind die Zellen größer als im weiter außen liegenden Ring 4. Das bedeutet, dass ein größerer Abstand zwischen den Ringen auf einem größeren Zellvolumen beruht, nicht dagegen auf einer größeren Anzahl von Zellen.