Verbesserung der Lichtinterzeption durch Aussaat im Herbst

Unter Lichtinterzeption versteht man die Absorption der Sonnenenergie durch einen Pflanzenbestand. Die Lichtinterzeption eines Bestandes ist optimal, wenn zu Zeiten intensiver Sonneneinstrahlung ein ausreichender Blattflächenindex vorhanden ist, so dass ein möglichst großer Anteil der Strahlung für die Photosynthese und damit die Ertragsbildung genutzt werden kann.  

Die photosynthetisch aktive Strahlung erreicht Mitte Juni ihr Maximum und sinkt im Herbst wieder ab. Im Mai ist die Einstrahlung aufgrund des Einstrahlungswinkels und der Tageslänge genauso hoch wie im Juli.

Zuckerrüben zeigen nach Aussaat eine relativ langsame Blattentwicklung. Ein optimaler Blattflächenindex von 3,5 ist gegen Ende Juni bis Anfang Juli erreicht, so dass erst dann 80 bis 90 % der Strahlung absorbiert werden können. Zum Zeitpunkt der optimalen Blattentwicklung ist das Maximum der Einstrahlungsintensität demnach bereits überschritten. Die Blattbildung beginnt zu spät und verläuft zu langsam, um die intensive Einstrahlung im Frühsommer optimal nutzen zu können.

Eine frühe Aussaat mit der entsprechend früheren Blattbildung kann sich demnach positiv auf die Ertragsbildung von Zuckerrüben auswirken. Bei einem Gesamt-TM-Ertrag von derzeit etwa 25 t ha-1 kann theoretisch durch vorzeitige Blattbildung im Frühjahr eine Steigerung des Gesamt-TM-Ertrags auf etwa 30 t ha-1, bei Aussat im Herbst (Winterrüben) auf etwa 35 t Gesamt-TM ha-1 erreicht werden.

Dies ist der theoretische Hintergrund der Ertragssteigerungen, die vom Anbau von Winterrüben erwartet werden.