Qualität des Rübenkopfes

Zur Abschätzung der Qualität der einzelnen Segmente für die Verarbeitung in der Fabrik wurden verschiedene Inhaltsstoffe analysiert. Der Gehalt des jeweiligen Inhaltsstoffs in der Wurzel, also dem unteren Teil des Rübenkörpers, entspricht 100 % und der Gehalt in den anderen Segmenten wird relativ dazu gesetzt.

Insgesamt nimmt der Zuckergehalt von der Wurzel über das Hypokotyl zur Sprossachse hin ab. Der Gehalt der in der Routine analysierten Melassebildner, insbesondere Natrium und Amino-N, steigt dagegen extrem an, bis auf 400 %. Auch Gehalte der in der Routine nicht untersuchten Inhaltsstoffe wie Glucose, Raffinose und löslicher Gesamtstickstoff nehmen deutlich zu. Sie alle beeinträchtigen die Zuckergewinnung sehr stark. Glucose entsteht durch die Hydrolyse von Zucker und führt zu starker Farbbildung in den Säften der Zuckerfabrik, während Raffinose die Zuckerkristallisation behindert.

Insgesamt nimmt die Verarbeitungsqualität von der Wurzel zur oberen Sprossachse hin deutlich ab. Damit ist die Qualität umso schlechter, je mehr Kopfgewebe am Rübenkörper verbleibt.

 
 

Da sich insgesamt die Qualität der Sorten im Laufe der Jahre deutlich verbessert hat, ist es möglich, dass die heutigen Zuckerrübensorten einen höheren Ertrag und/oder eine bessere Qualität im Kopf aufweisen als früher. Um zu prüfen, ob sich die Relation von optimal geköpften Rüben zum Rübenkopf im Laufe der Zeit geändert hat, sind die aktuellen Ergebnisse im Vergleich zu älteren Untersuchungen dargestellt.

Der Rübenkopf hatte in den verschiedenen Untersuchungen einen Rübenertrag von 5 bis 14 % des Ertrages, der mit geköpften Rüben erreicht wird. Diese Unterschiede können auf Standorteffekte zurückzuführen sein, wie sie auch in den aktuellen Untersuchungen zu finden sind. Der Zuckergehalt im Kopf lag bei nur 64 bis 75 %, während die Gehalte an Melassebildnern Kalium, Natrium und Amino-N in allen Untersuchungen gegenüber der Rübe deutlich erhöht waren.

Insgesamt zeigen sich weder für Ertrags- noch für Qualitätsparameter Tendenzen im Zeitverlauf, d.h. der Rübenkopf ist heute im Verhältnis zur Rübe weder größer noch in seiner Qualität besser als vor 40 Jahren. Der unverkennbare Züchtungsfortschritt bei der Rübe hat demnach nicht die relative Qualität des Kopfes beeinflusst.

 

Qualität des Rübenkopfes relativ zur Rübe - Vergleich von Ergebnissen von 1970 bis 2010