Biogas aus Zuckerrüben





Die Erzeugung von Bioenergie wird zur Zeit im Hinblick auf die Erreichung der Klimaschutzziele intensiv diskutiert. Neben der Nutzung von Bioethanol und Biodiesel als Kraftstoff wird verstärkt die Produktion von Bioerdgas zur Stromerzeugung und Wärmenutzung oder aber mit Direkteinspeisung ins Netz in Erwägung gezogen. Als Rohstoffe sind optimalerweise die Pflanzenarten einzubeziehen, die die höchsten Trockenmasseerträge pro Flächeneinheit erzielen. Dies sind in den gemäßigten Breiten Mais und Zuckerrüben. So ist die effizienteste Flächennutzung und damit beste Energiebilanz gegeben.

Nicht nur durch den hohen Trockenmasseertrag, sondern auch wegen ihrer Zusammensetzung sind Zuckerrüben ein optimales Substrat für die Biogasanlage. Die erforderliche Qualität für die Biogasbildung kann jedoch von der bisher angestrebten Qualität für die Erzeugung von Zucker abweichen, da anzunehmen ist, dass z.B. die Melassebildner (K, Na, Amino-N) keine Rolle für die Vergärung spielen. Bisher ist noch nicht definiert, welche Eigenschaften eine Zuckerrübe aufweisen muss, um einen hohen Biogasertrag und eine schnelle Vergärung sicherzustellen. Diese Informationen sind jedoch entscheidend für die Definition von Zuchtzielen und zur Optimierung von Anbaumaßnahmen.

Durch Sortenwahl und N-Düngung wird neben der Qualität auch der Frischmasseertrag beeinflusst. Da insbesondere der Blattertrag durch N-Düngung gefördert wird, kann sich bei Betrachtung des Gesamtertrages von Blatt und Rübe und neuer Qualitätskriterien eine angepasste N-Düngung als optimal erweisen. Ziel ist es zu klären, mit welchen Sortentypen und welcher N-Düngung der höchste Biogasertrag erzielt werden kann.

Christa Hoffmann, Philipp Starke