Prozess der Biogasbildung

Die Vergärung von organischem Material in einer Biogasanlage verläuft im Prinzip wie im Pansen eines Wiederkäuers. An der Umsetzung der organischen Substanz sind die gleichen Mikroorganismenpopulationen beteiligt, die sich auch im Pansen finden. Daher ist die Versorgung einer Biogasanlage im Prinzip mit der Fütterung einer Hochleistungskuh vergleichbar.

 

Die Zusammensetzung des pflanzlichen Materials ist entscheidend für die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Umsetzung in der Biogasanlage. Nur die organische Trockenmasse ist fermentierbar, daher muss von der Trockensubstanz der Rohaschegehalt, d. h. die Summe der Mineralstoffe, abgezogen werden.

Organische Trockensubstanz kann sich sehr unterschiedlich zusammensetzen. Der Abbau einfacher Moleküle wie Saccharose (Zucker) verläuft in der Biogasanlage wesentlich schneller als der Abbau komplex aufgebauter Verbindungen wie Hemicellulose und Cellulose. Substrate mit einem hohen Anteil an Rohfaser (z.B. Lignin) und Wachse werden sehr langsam und auch nur unvollständig abgebaut. Zuckerrüben mit ihrem hohen Zuckergehalt zählen dagegen zu den schnell umsetzbaren Substraten.