Vegetationsindices

Schematische Darstellung der Beziehung zwischen Wellenlänge und Reflexion von Licht im sichtbaren und nahinfraroten Bereich

Schematische Darstellung der Beziehung zwischen Wellenlänge und Reflexion von Licht im sichtbaren und nahinfraroten Bereich

In der Fernerkundung können mit Hilfe multispektraler Aufnahmen Vegetationsindices ermittelt werden. Diese geben durch Farbe und Helligkeit in einer Überfliegungsaufnahme Auskunft über Zustand und Dichte des Pflanzenbewuchses auf der Erdoberfläche. Sie machen sich die Tatsache zunutze, dass Blattpigmente von gesunder Vegetation die einfallende Sonnenstrahlung in ganz besonderer Weise reflektieren. Vom sichtbaren Licht reflektiert grüne Vegetation nur verhältnismäßig wenig. Im nahen Infrarot (NIR) dagegen ist die Reflexion von Pflanzenbeständen deutlich höher als die von trockenem Boden oder Wasserflächen.

Der am häufigsten genutzte Vegetationsindex ist der NDVI (Normalized Difference Vegetation Index). Er nutzt den starken Kontrast der Reflexion photosynthetisch aktiver Vegetation im sichtbaren Rot (ROT) und nahen Infrarot (NIR). Im sichtbaren Rot wird bei einer Wellenlänge von 650 nm gemessen, im nahen Infrarot bei einer Wellenlänge von 850 nm.

NDVI = (NIR – ROT) / (NIR + ROT)

Der NDVI schwankt zwischen –1 und +1. Werte kleiner 0 kommen nur für Gewässer und asphaltierte Flächen vor. Je höher die Bodenbedeckung und der Chlorophyllgehalt des Bestandes sind, desto höher ist der NDVI.

Vegetationsindices sind somit ein Maß für die pflanzlichen Biomasse und deren Vitalität. Mit ihrer Hilfe kann der Entwicklungsstand eines Pflanzenbestandes ermittelt werden.