Dissertation über Frosttoleranz, Ausfallrisiko und Ertrag von Winterrüben in Mitteleuropa

In den gemäßigten Breiten sind Zuckerrüben die Kulturpflanzen mit dem höchsten Trockenmasseertrag pro Flächeneinheit. Beim Anbau von Winterrüben erfolgt die Aussaat im Spätsommer und die Ernte im Sommer/Herbst des Folgejahres. Das Potenzial für Ertragssteigerungen beträgt etwa 25 %. Voraussetzung ist der Anbau nicht schossender Sorten, die zudem eine ausreichend hohe Frosttoleranz aufweisen müssen. Während seiner Promotion am IfZ hat Dr. Eric Reinsdorf in Feldversuchen als Minimumtemperatur für eine Frostschädigung im Rübenkopfgewebe etwa -6 °C bei maximal fingerdicken Rüben ermittelt.

 Dies entspricht Frösten von bis -15 °C ohne Schneebedeckung. Darauf aufbauend hat er ein Ausfallrisiko für den Anbau von Winterrüben in Mitteleuropa für die Standorte Göttingen, Kiel, Regensburg und Köln auf Basis der mittleren Temperatur des Tages, der mittleren Bodentemperatur in 5 cm Tiefe und der Schneehöhe bewertet. Ein Abgleich mit den Witterungsdaten der vergangenen 20 Jahre zeigte ein hohes Auswinterungsrisiko (15-35 %) für mitteleuropäische Anbauregionen. Einzig in westeuropäischen Regionen wie dem Rheinland, die sich durch eine milde Winterwitterung auszeichnen, kann von einem deutlich geringeren Auswinterungsrisiko (5-10 %) ausgegangen werden.

Aktuell ist das Anbausystem Winterrübe hinsichtlich der Überwinterung im Feld sowie der Ertragsbildung nach Winter mit großen Unsicherheiten behaftet. Während die Züchtung nicht schossender Genotypen möglich scheint, gestaltet sich die züchterische Verbesserung des Merkmals Frosthärte äußerst schwierig, so dass kurzfristig nicht mit einer Lösung zu rechnen ist.

Die Dissertation von Herrn Reinsdorf kann beim Cuvillier-Verlag Göttingen unter der ISBN-Nummer 978-3-95404-675-1 bezogen werden.

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