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Untersuchungen zur Konkurrenz zwischen Unkraut und Zuckerrüben - Auftreten, Ursachen und Konsequenzen für die Unkrautregulierung

  • Autor/in: Bräutigam, H.
  • Jahr: 1998
  • Zeitschrift: Dissertation
  • Verlag: Cuvillier Verlag Göttingen
  • ISBN: 3-89712-19

Abstract

In den Jahren 1991 und 1992 wurde im Raum Göttingen je ein Feldversuch mit 19 Versuchsgliedern durchgeführt, bei dem die Verunkrautung zu verschiedenen Entwicklungsabschnitten variiert wurde. Zu fünf Terminen wurden Unkrautarten und -dichten bonitiert bzw. gezählt und der Kulturdeckungsgrad bestimmt. Duch die Ertragsfeststellungen zu vier Terminen (6- bis 8-Blattstadium der Zuckerrüben, 12-Blattstadium, Bestandesschluß und Ernte im Oktober) konnte das Entwicklungsstadium der Zuckerrüben definiert werden, in dem Unkraut erstmalig Konkurrenz auf Zuckerrüben ausübt. Aufgrund einer zusätzlichen Qualitätsermittlung zur Ernte im Oktober konnte weiterhin der Einfluß einer zeitlich variierten Verunkrautung auf die Qualität von Zuckerrüben ermittelt werden. Inwieweit Zuckerrüben und Unkraut um Nährstoffe konkurrieren, wurde anhand einer Bestimmung der Masse und der Inhaltsstoffe von Zuckerrüben und Unkraut zu zwei Terminen geprüft (Bestandesschluß und Ernte). Folgende Ergebnisse wurden erzielt: - Zeitpunkt eintretender Unkrautkonkurrenz: Der Blattertrag vollständig verunkrauteter Flächen war in einem Versuchsjahr bereits im 6- bis 8-Blattstadium der Zuckerrüben um 12 % und damit signifikant niedriger als von unkrautfreien Flächen. Der Rübenertrag war erstmalig im 12- Blattstadium der Zuckrrüben signifikant (um 25 %) niedriger. Wurde auf diesen Flächen sämtliches Unkraut ab dem 12-Blattstadium entfernt, war der Kompensationseffekt der Zuckerrüben derart groß, daß zur Ernte im Oktober keine Ertrags- und Qualitätsminderung festgestellt werden konnte. Unkrautkonkurrenz trat somit erstmalig im 6- bis 8-Blattstadium der Zuckerrübe auf. Nachhaltige, im Oktober meßbare Ertragsverluste traten jedoch nur bei einer über das 12-Blattstadium hinaus andauernden Verunkrautung auf. Eine vollständige Verunkrautung führte zu Ertragsverlusten von bis zu 77 %. Die visuellen Bonituren des Kulturdeckungsgrades führten zu den gleichen Ergebnissen wie die Ertragsfeststellungen. Eine vor dem 12-Blattstadium eintretende Verunkrautung oder eine Spätverunkrautung ab Bestandesschluß hatte keinen negativen Einfluß auf Ertrag und Qualität zur Ernte im Oktober. Gleichzeitige Verunkrautung zu Beginn (bis 2- oder 6- bis 8-Blattstadium) und zum Ende der Vegetationsperiode (ab Bestandesschluß) wirkte sich nicht negativ auf Ertrag und Qualität der Zuckerrüben aus, sondern hatte im Mittel beider Jahre einen Mehrertrag von bis zu 6 % gegenüber nie verunkrauteten Flächen zur Folge. Kurzzeitige Verunkrautung zu Beginn (bis höchtens zum 6- bis 8-Blattstadium) oder in der Mitte (zwischen 2- und 12-Blattstadium) oder zum Ende (ab Bestandesschluß) der Vegetationsperiode hatte einen Mehrertrag von bis zu 11 % zur Folge. - Einfluß der Verunkrautung auf die Qualität von Zuckerrüben Der Zuckergehalt und der Bereinigte Zuckergehalt waren nach vollständiger Verunkrautung um jeweils relativ 4 % signifikant niedriger als von nie verunkrauteten Flächen. Der Natriumgehalt war dagegen nach vollständiger Verunkrautung signifikant um 20 % höher als auf unkrautfreien Flächen. Kalium und α-Amino-N-Gehalt, Ausbeuteverlust und Ausbeutbarer Zucker waren nicht von der Verunkrautung abhängig. - Gesamttrockenmasse und Gesamtstickstoffaufnahme von Zuckerrüben und Unkraut Die Gesamttrockenmasse von Zuckerrüben und Unkraut war zum Bestandesschluß in vollständig verunkrauteten Flächen um etwa 25 % höher als in unkrautfreien Flächen. Zur Ernte im Oktober war sie dagegen in unkrautfreien Flächen mehr als doppelt so hoch als in vollständig verunkrauteten Flächen. Die Stickstoffaufnahme von Zuckerrüben unkrautfreier Flächen war zu jedem Zeitpunkt höher als die Stickstoffaufnahme von Unkraut vollständig verunkrauteter Flächen. Zuckerrüben unkrautfreier Flächen hatten zur Ernte doppelt soviel Stickstoff aufgenommen wie zum Bestandesschluß. Unkraut vollständig verunkrauteter Flächen hatte dagegen zum Bestandesschluß mehr Stickstoff aufgenommen als zur Ernte. Die maximale Stickstoffaufnahme von Zuckerrüben unkrautfreier Flächen betrug 200 kg/ha. Die maximale Stickstoffaufnahme von Unkraut und Zuckerrüben vollständig verunkrauteter Flächen betrug 128 kg/ha. - Ursachen von Konkurrenz: Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser trat nicht auf. Die unterschiedliche Wirkung der verschiedenen Unkrautspektren und der unterschiedlich starke Einfluß der beiden verschiedenen Leitunkrautarten (Polygonum amphibium und Chenopodium album) auf den Rübenertrag beweisen, daß Konkurrenz um den Wachstumsfaktor Licht vorgelegen hat. Der Einfluß pflanzenbaulicher Faktoren (Bestandesdichte, Sorte und Stickstoffdüngung) wurde anhand von begleitenden Versuchen, die vorab veröffentlicht worden sind, diskutiert.
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