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Späte Rübenfäule Rhizoctonia solani - Verbreitung, wirtschaftliche Bedeutung und integrierte Bekämpfungskonzepte

  • Autor/in: Büttner, G., M.E. Führer Ithurrart, J. Buddemeyer
  • Jahr: 2002
  • Zeitschrift: Zuckerindustrie 127
  • Seite/n: 856-866

Abstract

Die Späte Rübenfäule (Rhizoctonia solani KÜHN) richtet in vielen Zuckerrübenanbaugebieten weltweit erhebliche Schäden an Zuckerrübenkulturen an. In Deutschland sind von der Fäule schätzungsweise bereits 10.000 ha Anbaufläche betroffen. Durch Rhizoctoniabefall werden Ertrag und Verarbeitungsqualität der Rüben erheblich gemindert. Die Höhe des Schadens hängt vom Infektionszeitpunkt, der Homogenität und Stärke der Infektion sowie von Umweltbedingungen und Bewirtschaftungsmaßnahmen ab. Erreger der Späten Rübenfäule ist der bodenbürtige ubiquitär verbreitete Pilz Rhizoctonia solani (Hauptfruchtform Thanatephorus cucumeris, Bas.). Seine Einteilung in Anastomosegruppen (AG) basiert auf der Fähigkeit von verwandten Isolaten zur Hyphenfusion und definiert die Pathogenität für einen Wirt oder eine Wirtspflanzengruppe. Für Zuckerrüben pathogen sind die Anastomosegruppen AG 4 (Seitenwurzelfäulen an Jungpflanzen) und AG 2-2 als Erreger der Späten Rübenfäule. Mit physiologischen und molekulargenetischen Verfahren lässt sich eine weitergehende Differenzierung unterhalb der Ebene der Anastomosegruppen erreichen und Unterschiede im pathophysiologischen Verhalten einzelner Isolate erklären. Eine direkte Bekämpfung der Rhizoctonia-Rübenfäule ist nicht möglich. Ansätze für eine Kontrolle der Krankheit bietet die Resistenzzüchtung. Die Resistenz basiert auf mechanischen und physiologischen Infektions- und Krankheitsbarrieren, deren Ausprägung als Resistenz anzeigende Merkmale im Prebreeding erfasst und quantifiziert werden. Erste Neuzüchtungen mit partieller Resistenz gegenüber Rhizoctonia solani und einer besseren Leistung unter Befall stehen jetzt für den Anbau in Befallsgebieten zur Verfügung. Vorschläge für eine integrierte Bekämpfung der Rhizoctonia-Rübenfäule basieren auf dem Anbau resistenter Sorten, einem Rhizoctonia spezifischen Saatenschutz und flankierenden pflanzenbaulichen Maßnahmen. Ein internationaler Forschungsverbund unter Beteiligung staatlicher Stellen, der Zuckerwirtschaft, der Zuckerrüben-Züchtungsunternehmen und der Pflanzenschutzmittelindustrie untersucht derzeit verschiedene Aspekte des Krankheitsgeschehens bei der Rhizoctonia-Rübenfäule und entwickelt Konzepte für deren Kontrolle.
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