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Dissertation Öko-Effizienz im Zuckerrübenanbau

  • Autor/in: Fuchs, J.
  • Jahr: 2009
  • Zeitschrift: Dissertation 27
  • Verlag: Cuvillier Verlag Göttingen
  • ISBN: 987-3-86727-937-6

Abstract

Der Anbau von Zuckerrüben gilt als intensiv und wird mit negativen Wirkungen auf die Umwelt assoziiert. Das Öko-Effizienzkonzept kann im Zuckerrübenanbau Wege zu einer nachhaltigen Entwicklung aufzeigen, da es auf eine Steigerung der Erzeugung nützlicher Güter bei abnehmendem Verbrauch von Ressourcen abzielt und somit ökonomischen und ökologischen Fortschritt zusammenführt. Um das Öko-Effizienzkonzept für den Zuckerrübenanbau umzusetzen, wurde ein System von Indikatoren entwickelt, das Umweltwirkungen und Ertragsleistung integriert. Als Kennzahl für die Ertragsleistung diente dabei der Bereinigte Zuckerertrag (BZE), der im Gegensatz zum Deckungsbeitrag keinen Preisänderungen unterworfen ist. Die Ertragsleistung bestimmt die Öko-Effizienz des Zuckerrübenanbaus wesentlich. Deshalb wurden zunächst auf Grundlage langjähriger Sortenprüfungen und Anbauerhebungen mögliche Einflussfaktoren auf den Ertrag untersucht. Dabei konnte gezeigt werden, dass neben der Umwelt (Standort x Jahr), deren umfassende Bedeutung beim Anbau von Zuckerrüben bekannt war, das Anbaumanagement des Landwirts großen Einfluss auf die Ertragsleistung hat. Insgesamt sind durch züchterisch-technischen Fortschritt kontinuierliche Ertragssteigerungen im Zuckerrübenanbau zu erwarten. Die Prognose, abgeleitet aus der Ertragsentwicklung in der Vergangenheit, ergab einen Zuwachs von etwa 1 t ha-1 im Zuckerertrag im Zeitraum von zehn Jahren. Um Öko-Effizienz im Zuckerrübenbau messbar zu machen, wurden Öko-Effizienzkriterien für die Prozesse Bodenbearbeitung, Düngung, Pflanzenschutz und Ernte abgeleitet. Ein Öko-Effizienzkriterium ist der Quotient aus prozessbezogenem Indikator für die Umweltwirkung und erzeugtem Bereinigten Zuckerertrag. Die Indikatoren Energieinput der Bodenbearbeitung, N-Düngung, Behandlungsindex und Erdanhang spiegelten die Intensität des Anbaus wider und bildeten die Umweltwirkungen der genannten Prozesse ab. Die Berechnung der Öko-Effizienzkriterien erfolgte auf Basis einer Befragung in 2004 von 109 Zuckerrüben anbauenden Landwirten in allen Anbaugebieten in Deutschland. Detailliert wurde die Öko-Effizienz der Düngung untersucht, da langjähriges Datenmaterial zur Verfügung stand, um Entwicklungen darzustellen. Daneben hat die Befragung zum Anbau 2004 gezeigt, dass auf einem erheblichen Teil der untersuchten Schläge die N-Düngung zu hoch war. Die Streuung auf den Schlägen war mit 40 - 320kg N ha-1 bzw. 3,5 - 38 kg N t-1 BZE sehr groß. Die N- Düngung kann häufig deutlich reduziert werden, ohne dass ein verminderter Ertrag zu erwarten ist. Die Indikatoren Energieinput der Bodenbearbeitung, N-Düngung, Behandlungsindex und Erdanhang bildeten in Relation zum BZE die Öko-Effizienzkriterien. Sie wurden zum Öko-Effizienz-Index aggregiert. Dieser Index zeigt die Öko-Effizienz im deutschen Zuckerrübenanbau für das Jahr 2004 an. Auf Schlagebene variierten die genannten Indikatoren wie auch der BZE sehr stark. Die Öko-Effizienz zeigte dementsprechend ebenfalls eine hohe Variation. Zwischen Erdanhang und BZE bestand eine schwach positive Korrelation. Energieinput der Bodenbearbeitung, N-Düngung und Behandlungsindex korrelierten nicht mit dem BZE. So konnte gezeigt werden, dass der BZE von Zuckerrüben weitgehend unabhängig von der Intensität des Anbaus ist. Kurzfristig lässt sich die Öko-Effizienz am besten durch eine Reduzierung der Intensität erhöhen, ohne dass mit einem Ertragsrückgang zu rechnen ist. Langfristig werden kontinuierlich steigende Erträge die Öko-Effizienz im Zuckerrübenanbau erhöhen. Die Anwendung der erarbeiten Ergebnisse, d.h. Vermeidung von Intensität, die nicht in Ertragsleistung umgesetzt werden kann, fördert eine nachhaltige Entwicklung im Zuckerrübenanbau.
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