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Catch me if you can – Auf der Spur der Cercospora-Sporen

  • Autor/in: Imbusch, F., T. Erven, M. Varrelmann
  • Jahr: 2019
  • Zeitschrift: Sonderheft 14. Göttinger Zuckerrübentagung, Sugar Industry (2019) 144
  • Seite/n: 36-44
  • Stichworte: Cercospora, Sporenflug, Befallsentwicklung, räumliche und zeitliche Ausbreitung

Abstract

Cercospora beticola ist der Erreger der bedeutendsten Blattfleckenkrankheit an Zuckerrüben. Die Ausbreitung der Krankheit findet durch Konidiosporen statt, die hauptsächlich durch Wind und Spritzwasser verbreitet werden. Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Problematik verringerter Wirksamkeiten einiger fungizider Wirkstoffklassen gegen die Cercospora-Blattflecken bedarf es zukünftig einer nachhaltigeren Behandlungsstrategie. Hierfür sind Kenntnisse über die Ausbreitungsdynamik des Erregers grundlegend. Bisherige Studien fokussierten sich auf die Ausbreitung des Befalls im Bestand oder den Zusammenhang von Sporenflug und Befallsentwicklung. Es ist unklar, wie sich die C. beticola-Sporen und aufgrund dessen der Befall von einer Inokulumquelle ausbreiten. Ein schneller Nachweis von C. beticola-Sporen in der Luft könnte zukünftig eine zeitspezifische und gezieltere Bekämpfung der Blattflecken ermöglichen. Zur Detektion und Quantifizierung von C. beticola-Sporen aus Rotarod-Sporenfallen wurden eine DNA-Extraktion und TaqMan-qPCR entwickelt. Jeweils ein Feldversuch wurde in den Jahren 2016 und 2017 von Juni bzw. Juli bis August bei Göttingen durchgeführt. Der Sporenflug von C. beticola und der Krankheitsverlauf wurden innerhalb einer inokulierten Fläche sowie in verschiedenen Distanzen zu dieser erfasst. In den Versuchsflächen erfolgten keine Fungizidapplikationen. Mit der entwickelten Nachweismethode konnten C. beticola-Sporen in Sporenfallen-Proben erfolgreich detektiert werden. Die quantifizierten C. beticola-DNA-Mengen konnten als Maß für die Intensität des Sporenflugs genutzt werden. Bezüglich der zeitlichen Entwicklung und räumlichen Ausbreitung des Sporenflugs und der Befallsstärke wurde im Jahr 2017 beobachtet, dass sich mit einer zunehmenden Distanz zu einer Inokulumquelle die Zunahmen der Sporenflugintensität und der Befallsstärke zeitlich verzögerten. Die Ergebnisse aus 2016 wiesen einen ähnlichen Trend auf. Dies impliziert, dass die Ausbreitung der Krankheit über kurze Distanzen und auf Feld-ebene stattfindet. Ferner schien insbesondere der sekundäre Sporenflug, ausgehend von Blattflecken an den Pflanzen, für eine intensive Befallsentwicklung verantwortlich gewesen zu sein. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen erstmalig eine Ausbreitungsdynamik der Sporen und Blattflecken von einer Inokulumquelle für die Region Mitteleuropa. Hieran wird das Potenzial der Nutzung des Sporenflugs für weitere Anwendungen wie Befallsmonitoring oder Behandlungsentscheidungen deutlich.
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