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Dr. Benedict Wieters
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Laufzeit:
04/2024 – 07/2027
Projektteam:
Dr. Benedict Wieters,
Dr. Nicol Stockfisch
Abteilung:
Förderung:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Kooperation(en):
P. H. Petersen Saatzucht Lundsgaard GmbH (PHP)
Zuckerrübenanbauerverband Niedersachsen-Mitte e.V. (ZAV)
Kverneland Group Soest GmbH (KVG)
Projektbeschreibung
Zuckerrüben werden von Blattläusen befallen, die Saugschäden verursachen und Vergilbungsviren übertragen können. Bei frühem Befall können Ertragsverluste von bis zu 30 % auftreten. Zu deren Vermeidung werden häufig mehrfach Insektizide ganzflächig eingesetzt. In Zuckerrüben werden dieselben Wirkstoffe wie in anderen Ackerkulturen teilweise umfangreich eingesetzt. Daher ist ein wirksames Resistenzmanagement nahezu unmöglich und Nicht-Zielorganismen können erheblich geschädigt werden.
Zukünftig werden alternative Anbauverfahren benötigt, die durch Förderung von Biodiversität und natürlichen Gegenspielern zur Schädlingskontrolle beitragen und so die ganzflächige Anwendung von Insektiziden vermeiden oder deutlich vermindern. Zusätzliche Umweltziele bestehen darin, den Herbizideinsatz durch nicht-chemische Verfahren der Unkrautkontrolle zu vermindern und einen wirkungsvollen Erosions- und Grundwasserschutz zu gewährleisten. Gleichzeitig muss die Rentabilität des Anbaus gesichert werden.
Deshalb wird ein wirksames Verfahren der Blattlaus- und damit auch Viruskontrolle in der Sommerfrucht Zuckerrübe durch den gezielten Anbau von Begleitpflanzen (BP) für die Umsetzung im praktischen Anbau von Reihenkulturen weiterentwickelt. Im Unterschied zu Lösungsansätzen, die auf einer Förderung von Nützlingen in der Landschaft oder auf Feldebene beruhen (Blühflächen), soll im vorliegenden Ansatz geprüft werden, ob Blattläuse und evtl. auch andere Schadorganismen von Zuckerrüben durch den Anbau von BP zwischen den Zuckerrübenreihen so kontrolliert werden können, dass Ertragseinbußen auch ohne oder mit deutlich reduziertem Einsatz von Insektiziden vermieden werden. Dabei muss das Anbauverfahren nicht nur Blattläuse kontrollieren, sondern auch eine ausreichende Beikrautkontrolle bei geringer Konkurrenzwirkung auf das Zuckerrübenwachstum gewährleisten. Als Lösungsweg sollen in Feldversuchen verschiedene, spezifisch ausgewählte BP bereits im Herbst ganzflächig verteilt oder nur streifig zwischen den späteren Rübenreihen ausgesät werden; alternativ können BP auch im Frühjahr zeitgleich mit den Zuckerrüben breit verteilt oder streifenweise gesät werden.
Methodik
2023/2024: Vorversuche zur Identifikation geeigneter Begleitpflanzen
2024/2025 und 2025/2026: Exaktversuche mit 4 Begleitpflanzen und weitere Tests
2026: Praktische Anbaudemonstration im Feld
Aussaat der BP im Herbst mit Strip-Till der Zuckerrüben im Frühjahr oder zeitgleich mit Zuckerrüben, zwischen den Kulturpflanzen-Reihen
Entfernung der Begleitpflanze, nur die Zuckerrübe wird geerntet
Untersuchungen: Feldaufgang, Management, Effekt auf Nährstoff- und Wasserversorgung, Konkurrenz und Ertrag, Vergilbung, Blattläuse und andere Schadinsekten, Gegenspieler mittels Sichtbonitur, Keschern und Bodenfallen
Erste Erkenntnisse
rechtzeitiges Entfernen der BP ist notwendig um Ertrag zu sichern
alle BP fördern die Anzahl von Insekten in Bodenfallen
Blattläuse werden durch BP reduziert
Ertragseffekt der Blattläuse bei den Versuchen bisher niedrig (spätes Auftreten der Läuse)
Ertragseffekte sehr unterschiedlich, je nach Konkurrenzstärke der Begleitpflanzenart
Kooperationspartner
Förderung
Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Rahmen der DBU-Förderinitiative "Vermeidung und Verminderung von Pestiziden in der Umwelt" gefördert.
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